Iris Hanika: Wie der Müll geordnet wird

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Eine lange Weile hatte Antonius geglaubt, mit der allumfassenden Sinnlosigkeit eines jeglichen Tuns fertigwerden zu können, indem er sich nicht mehr gegen sie wehrte und sie nicht mehr zu überwinden trachtete, sondern sie, ganz im Gegenteil, nicht nur hin-, sondern auch annahm, ihr nichts entgegenzusetzen versuchte, sondern, ganz im Gegenteil, mit ihr im Strom zu schwimmen versuchte …

[Iris Hanika]


Iris Hanikas neues Buch beschreibt die Gegenwart als ein heilloses Durcheinander, aber die Vergangenheit war nicht besser, sie erscheint bloß im Rückblick wohlgeordnet, und Antonius, der nunmehr versucht, der allgemeinen Sinnlosigkeit Herr zu werden, spielte darin nur eine Nebenrolle. Andere waren aktiver: sie kämpften um ihren Platz auf der Welt oder im Unternehmen; sie verfolgten ein verschwundenes Buch, das wieder aufgetaucht schien; sie waren verliebt oder gerade nicht; Eltern waren ermordet worden, Weltreiche gingen unter. Es war ziemlich viel los damals. Wo ist das alles hin gelangt? Und nun ist die Vergangenheit schon größer als die Zukunft sein wird.

Iris Hanika liest aus ihrem Roman »Wie der Müll geordnet wird« (Droschl Verlag).