Iris Hanika: Tanzen auf Beton

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Mit Iris Hanika

Mit Iris Hanika

Solange es währte, fühlte sie sich in einem fort glücklich, doch tat­sächlich war es ein bizarres Liebesverhältnis, das da gerade gescheitert ist. Das Scheitern ist nichts Neues, immerhin endeten auch alle früheren Verhältnisse unglücklich, aber warum das Unglück gerade diesmal so unendlich groß ist, verwundert sie nun doch. Immerhin war das ein Verhältnis, in dem sie in Wirklichkeit gar nicht existierte. Noch größer aber ist die Frage, warum sie sich auf dieses Verhältnis überhaupt einge­lassen hatte – warum sie sich überhaupt seit vielen Jahren nur auf heimliche Verhältnisse eingelassen und geglaubt hatte, darin »a whole lotta love« zu finden. Aber ebenso brachial wie das Stück von Led Zeppelin war auch jeweils die Liebe.
Obwohl Iris Hanika ein weiteres Mal die Technik der Psychoana­lyse vor­führt und am konkreten Beispiel zeigt, wie das auf der Couch gelernte Handwerkszeug hilft, durchs Leben zu kommen, wird in »Tanzen auf Beton. Weiterer Bericht von der unendlichen Analyse« (Droschl Verlag) keine Fallge­schichte erzählt, sondern eine kluge Geschichte über Formen der Liebe, über Musik, das Reisen und die Unerträglichkeit der Gegenwart, und nicht zuletzt über die Folgen sexuel­ler Gewalt, die ein Leben lang fortwirken und es durchaus bestimmen können. Iris Hanika liest aus ihrem neuen Buch.