Ich wurde niemals schwankend
ich sehe mich nur doppelt und dreifach. überall begegne ich mir:
in der metalloberfläche des wasserkochers, in der uhranzeige am herd – ich möchte
diesem zwecklossein einen sinn versprechen, suche danach:
im fullscalespiegel im wohnzimmer, im close-up im bad – ich behage mir nicht
im display meines handys
no worries, I’m here
ich höre nicht auf zu suchen
never give up
aber am ende sind es immer nur wir beide,
ich und mein unbehagen / me and malaise.
wir führen unsere dialoge am laufenden band.
Ich wurde niemals schwankend ist die erste Reading-Performance des Textkollektivs
Sterner&Leonhardt und des Komponisten Johann Grillenbeck. In der performativen Fusion von gesprochener Literatur und Musik arbeitet sich das Stück an die verschiedenen Stadien des Verlorenseins heran, an eine Protagonist:in, die sich allein in ihrer Wohnung sich selbst ausgesetzt findet, an das Umgehen mit dem eigenen Unbehagen, das nach allen Richtungen greift.