»Ich grase meine Gehirnwiese ab« – Paul Valéry und seine verborgenen Cahiers
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Mit Thomas Stölzel
Neben seinem veröffentlichten Werk als Lyriker, Essayist und Kulturpolitiker hat es Paul Valéry unternommen, – über 50 Jahre hin und nahezu täglich – schreibend das eigene Bewußtsein zu erkunden. Geleitet von der scheinbar einfachen, dabei aber unendlich ausfaltbaren Frage: Was kann ein Mensch? Bei dieser Klärungsarbeit hat Valéry viele heute als neu geltende Einsichten, u. a. zur Kybernetik, Leibphänomenologie, Psycholinguistik sowie zu den Kognitions- und Neurowissenschaften vorweggenommen und denkanreizend zur Sprache gebracht. Das Schreibmaterial dafür bildeten einfache Schulhefte (franz. cahiers), von denen sich über 263 erhalten haben.
Thomas Stölzel – der unlängst bei Der Anderen Bibliothek eine strukturierte Auswahl aus diesem immensen Denklaboratorium herausgegeben und mit einem einleitenden Essay versehen hat – wird Valéry und sein ungewöhnliches Vorhaben vorstellen und dabei auch der Frage nachgehen: Was kann ich über mich herausfinden, um mein Leben bewußter führen zu können?