»Humbug und Variationen«
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Ion Luca Caragiale
Guggolz Verlag, 2018
Dana Grigorcea und Eva Ruth Wemme im Gespräch mit Gregor Dotzauer
»Im letzten Herbst machte ich eine sehr interessante Bekanntschaft – mit einem jungen Dichter und Literaten, der kostbaren Frucht eines Provinzgymnasiums: Mein junger Freund hatte darauf verzichtet, das Schuljahr zu beenden, es war ihm seit September unmöglich gewesen, die Wiederholungsprüfung zu bestehen. Die kostbare Frucht fühlte sich also nach drei Jahren Gymnasium ausreichend reif und, empört ob dumpfer Stundendisziplin, löste sie sich von ihrem Zweig, um ihr Aroma auf dem großen Markt der Hauptstadt anzupreisen.«
Ion Luca Caragiale (1852–1912), der von 1904 bis zu seinem Tod im freiwilligen Exil in Berlin lebte, galt lange Zeit als unübersetzbar. In seiner Heimat vor allem als Dramatiker bekannt, veröffentlichte er ab 1890 auch zahlreiche Kurz- und Kürzesterzählungen, in denen er mit feinem psychologischem Gespür und großem Sprachwitz die rumänische Gesellschaft um 1900 porträtierte. Kongenial hat Eva Maria Wemme nun diese von Komik und Bosheit schillernden Texte übertragen und macht so eine der Zentralgestalten der rumänischen Literatur neu zugänglich.
Rumänien ist Gastland der Leipziger Buchmesse 2018