Herta Müller. Der kalte Schmuck des Lebens 4

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Mit Helmuth Frauendorfer

An den Rand geschrieben. Film von Helmuth Frauendorfer

Mit Helmuth Frauendorfer 

Als Schüler des Lenau-Lyzeums Temeswar wurde Helmuth Frauendorfer (geb. 1959) mit Wissen des Direktors Erich Pfaff unter Drohungen zur Niederschrift einer IM-Erklärung gezwungen. »Sein Auftrag: Die Schriftsteller der Aktionsgruppe Banat auszuhorchen. Statt nach Hause ging er aber zu uns und erzählte, was geschehen war. Wir rieten ihm, zum nächsten Treff nicht zu erscheinen. Damit begannen auch für ihn die Verhöre. Jetzt gehörte er zu uns.« (Herta Müller: »Cristina und ihre Attrappe«, 2009). Frauendorfers Debütband »Am Rand einer Hochzeit. Gedichte« (Bukarest 1984) zog ein Veröffentlichungsverbot nach sich. 1987 konnte er ausreisen, war in West-Berlin Mitbegründer des Menschenrechtskomitees Rumänien und arbeitete dann fast 20 Jahre erfolgreich als Fernsehjournalist. Seit April 2010 ist er Referent für politische Bildung in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. In seinem soeben fertiggestellten Film (gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien) erzählt Frauendorfer die Geschichte der 1972 gegründeten Aktionsgruppe Banat und des Temeswarer Literaturkreises Adam Müller-Guttenbrunn anhand der Biographien von Nikolaus Berwanger, Rolf Bossert, Johann Lippet, Herta Müller, Horst Samson, William Totok und Richard Wagner: »Rumäniendeutsche Schriftsteller im Fadenkreuz der Securitate«.

Helmuth Frauendorfer stellt seinen Film zur Diskussion. (Kamera: Michael Baum; 90 min)

Anmeldung erforderlich unter:
André Kokisch
Tel.: 030 / 986 082-413 oder per E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de