Herta Müller. Der kalte Schmuck des Lebens 3

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Mit William Totok

Pfingsten 1951 – Deportation in den Baragan

Mit William Totok

Nach dem Zerwürfnis zwischen Stalin und Tito wurden im Juni 1951 fast 10.000 Deutsche, darunter viele, die gerade erst aus russischen Arbeitslagern zurückgekommen waren, sowie 30.000 Rumänen, Serben, Bulgaren und Ungarn aus dem rumänischen Grenzgebiet zu Jugoslawien in die Baragan-Steppe in der Walachischen Tiefebene zwangsumgesiedelt. Ziel dieser Vertreibung war es auch, die Kollektivierung in der Landwirtschaft durchzusetzen. Erst 1956 durften die Baragan-Deportierten wieder in ihre Heimatorte zurückkehren. Herta Müller, William Totok (»Die Zwänge der Erinnerung. Aufzeichnungen aus Rumänien«, 1988) und andere haben darüber geschrieben. Und der junge rumänische Regisseur Tiberiu Stoichici, beim Bukarester Fernsehen für Sendungen in deutscher Sprache zuständig, realisierte zusammen mit seinem Kameramann Adrian Dragus¸in eine eindrückliche Dokumentation (55 min) über die Baragan-Deportation, für die er Zeitzeugen befragte und in die damaligen Siedlungen reiste.

William Totok, 1951 in Groß-Komlosch, Banat, geboren, Gründungsmitglied der Aktionsgruppe Banat (1972–75) und bei deren Zerschlagung acht Monate lang inhaftiert, 1987 in die Bundesrepublik ausgewandert und seitdem freiberuflicher Autor und Publizist in Berlin, spricht zur Einführung.