Helmut Heißenbüttel: Literatur für alle
Diese Veranstaltung liegt im Archiv
Mit Dr. Johanna Bohley, Lutz Dittrich und Frank Arnold
Helmut Heißenbüttel (1921-1996) war als Schriftsteller, Theoretiker, Publizist und als Rundfunkredakteur einer der wichtigsten Protagonisten der bundesrepublikanischen Neoavantgarde.
1941 versehrt aus dem Krieg zurückgekehrt, arbeitete er von 1954 bis 1957 als Lektor und Werbeleiter beim Hamburger Claasen-Verlag; 1954 erschien sein Gedichtband »Kombinationen«, 1956 folgten die »Topographien«. Von 1959 bis 1981 leitete Heißenbüttel den Radio-Essays beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart und förderte dabei viele junge Autoren. Recht erfolgreich wurden seine sechs »Textbücher« aus den Jahren 1960 bis 1967; seine Frankfurter Poetikvorlesungen von 1963 widmete er den »Grundbegriffen einer Poetik im 20. Jahrhundert«. 1969 erhielt er den Georg Büchner-Preis.
Alternativ zum Mainstream interessierte sich Heißenbüttel in den 70er Jahren zunehmend für einen literarischen Gegenkanon und entwickelte sein Konzept einer »Offenen Literatur«. Ein größeres Publikum erreichte er als Erzähler mit »Eichendorffs Untergang und andere Märchen« (1978) und mit »Wenn Adolf Hitler den Krieg nicht gewonnen hätte« (1979). Sein bislang wenig gewürdigtes »Antiwerk«, das große Romanprojekt »d’Alemberts Ende«, harrt weiterhin gründlicher Lektüre.
Die Ausstellung berücksichtigt auch das bislang wenig bekannte bildkünstlerische und photographische Werk Heißenbüttels und präsentiert einige Ton- und Videobeiträge.
Die ausstellungsbegleitende Publikation (mit zahlreichen Abbildungen) enthält Beiträge u.a. von Helmut Böttiger, Thomas Combrink, Franz Mon und Klaus Ramm.
Besonders herzlich danken wir Ida Heißenbüttel für ihre Mitwirkung!
Realisiert wird die Reihe »Experimentelle Werke« gemeinsam mit Studenten der FU Berlin (Hauptseminar »Literarische Formen der Neoavantgarde um 1960«).
Zur Eröffnung sprechen Dr. Johanna Bohley und Lutz Dittrich; gezeigt wird der von Walter Höllerer gestaltete Kurzfilm »Berlin stellt vor: Helmut Heißenbüttel« von 1962 (10 Minuten); Frank Arnold liest ausgewählte Texte Heißenbüttels.
Die Ausstellung ist bis zum 8. März dienstags bis freitags von 15 bis 19 Uhr und zu den Abendveranstaltungen geöffnet.
In adaptierten Versionen wird die Ausstellung ab dem 18.2. im Literaturhaus Stuttgart und vom 14.3. bis zum 28.4.2013 in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg zu sehen sein.
Die Veranstaltungsreihe »Experimentelle Werke« wird gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Für freundliche Unterstützung danken wir der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur sowie der Alfred Ritter GmbH & Co. KG.