Helmut Heißenbüttel: Literatur für alle

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Mit Dr. Johanna Bohley

Experimentelle Werke

Hörspiel - Finissage

Mit Dr. Johanna Bohley

Die Finissage ist dem Hörspielautor Helmut Heißenbüttel gewidmet: mit dem experimentellen Krimi »Marlowes Ende« (WDR, 1971; 26 Min.), der Erinnerungscollage »Deutschland 1944« (WRD, 1979; 19 Min.) und dem Gedankenexperiment »Wenn Adolf Hitler den Krieg nicht gewonnen hätte« (BR, 1997; 32 Min.).
Heißenbüttel war begeisterter Krimileser, was seinem selbstironischen Hörstück die Vorlagen lieferte. Während in »Marlowes Ende« der Protagonist sowohl mit dem berühmten Chandler-Detektiv als auch mit dem englischen Barockdramatiker Christopher Marlowe identifiziert werden kann, besteht beim Verdächtigen Bierce eine ferne Verwandtschaft mit dem gleichnamigen amerikanischen Autor.
»Deutschland 1944« (»Textbuch 6«) rekonstruiert mit Reden, Redensarten, Berichten, Versen und Aussprüchen eine Wirklichkeit dieses Kriegsjahres. Die Hörfassung verdeutlicht, ergänzt durch Originalton-Material, die Vielstimmigkeit der Quellen. Heißenbüttel kommentierte: »Wie ich das alles so hinschreibe, erfaßt mich wieder dermaßen die Ungeheuerlichkeit dieser Dinge, daß ich meine, ich müsse aus einem bösen Traum erwachen.«
»Wenn Adolf Hitler den Krieg nicht gewonnen hätte« – eine Redensart der ‚wirtschaftswunderlichen’ Nachkriegszeit -, präsentiert am Beispiel eines Mitläufers, wie jene Realität aussähe, in der Hitler mit Unterstützung Stalins siegreich gewesen wäre: Ein totalitär regiertes Großeuropa als „Konföderation europäischer Volksrepubliken“ entledigte sich per Zufallsgenerator und mittels eines elektronischen Überwachungssystems seiner »überschüssigen« Menschen. Einführung: Dr. Johanna Bohley

Die Ausstellung, die auch eine größere Auswahl von Heißenbüttels bildkünstlerischen Arbeiten und interessante Filmdokumente zeigt, ist bis zum 8. März dienstags bis freitags von 15 bis 19 Uhr und zu den Abendveranstaltungen geöffnet. Eintritt: 4.- / 2.- EURO. Die ausstellungsbegleitende Publikation (zahlr. farb. Abb.) enthält Beiträge u.a. von Helmut Böttiger, Johanna Bohley, Thomas Combrink, Dietrich Heißenbüttel und Franz Mon (60 S., 5.- EURO).

In adaptierten Versionen wird die Ausstellung im Literaturhaus Stuttgart (ab 27.2.) und in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg (20.3. – 28.4.2013) zu sehen sein.

Die Veranstaltungsreihe »Experimentelle Werke« wurde gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Für freundliche Unterstützung danken wir der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur sowie der Alfred Ritter GmbH & Co. KG.