Heinz Rein: Finale Berlin
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Die Anatomie der Häuser bietet sich unverhüllt dar, die Aufgänge und Zwischenwände, die Fahrstuhlschächte und Schornsteine sind wie Knochen, die Gas- und Wasserleitungen wie Arterien, die Radiatoren und Badewannen wie Eingeweide. Die Überreste des Lebens siechen inmitten des Ruinendschungels dahin, und nur die Natur beginnt die nackte Zerstörung zu bekleiden, indem sie die Schuttberge mit Unkraut überwuchert.
[Heinz Rein]
Heinz Rein, 1906 in Berlin geboren, arbeitete in den 1920er Jahren als Bankangestellter und Sportjournalist. 1933 wurde der links engagierte Autor arbeitslos, mit Schreibverbot belegt und zeitweilig in Gestapohaft genommen. Nach 1945 war er Literaturreferent in der deutschen Verwaltung der sowjetischen Besatzungszone, später lebte er als freier Schriftsteller in der DDR. Nach dem Bruch mit der SED in den frühen fünfziger Jahren zog er nach Baden-Baden, wo er 1991 starb.
In seinem großen Roman »Finale Berlin«, erstmals 1947 erschienen und einer der ersten Bestseller der Nachkriegszeit, verfolgt Heinz Rein das packende Schicksal einer kleinen Widerstandsgruppe in den letzten Tagen des nationalsozialistischen Terrors und läßt den Leser die Atmosphäre im untergehenden Nazi-Reich miterleben. Das Buch ist in diesem Frühjahr mit einem Nachwort von Fritz J. Raddatz bei Schöffling & Co erschienen.
Felix von Manteuffel liest aus »Finale Berlin«.