Hannah Arendt – Von den Dichtern erwarten wir Wahrheit 1

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Mit Hortensia Völckers, Barbara Hahn, Marie Luise Knott und Ernest Wichner

Mit Hortensia Völckers, Barbara Hahn, Marie Luise Knott und Ernest Wichner

Eine Ausstellung über Hannah Arendt und die Literatur, erarbeitet von Barbara Hahn und Marie Luise Knott

Fällt Hannah Arendts Name, dann denkt man an Totalitarismus oder »Eichmann in Jerusalem«, aber weniger an Dichtung. Doch gibt es keine andere zeitgenössische Autorin, in deren theoretischem Werk literarische Texte eine so große Rolle spielen. Hannah Arendt (1906–1975) denkt dichterisch: »Nur von den Dichtern erwarten wir Wahrheit (nicht von den Philosophen, von denen wir Gedachtes erwarten)«, so notiert sie in ihr Denktagebuch. In allen ihren Büchern spielen literarische Texte eine entscheidende Rolle: Die Studie über den Totalitarismus (1951; deutsch 1955) stützt sich auf Marcel Proust, Joseph Conrad und Franz Kafka. In die »Vita activa« (1958; deutsch 1960) sind zahllose Verse aus Gedichten von Goethe, Fontane, Rilke und Brecht gestreut.
In biographischen Essays schrieb H. Arendt über Lessing und Brecht, über Natalie Sarraute, Isak Dinesen, W. H. Auden und Randall Jarrell; als Lektorin für den Schocken-Verlag in New York machte sie die amerikanische Öffentlichkeit mit Wolfskehl, Kafka und Broch bekannt. Freundschaften mit Schriftstellern, etwa mit Mary McCarthy, W. H. Auden, Randall Jarrell und Alfred Kazin, prägten vor allem die Jahre in den Vereinigten Staaten. Theodore Weiss und Ludwig Greve widmeten ihr Gedichte, Uwe Johnson setzte ihr in seinen »Jahrestagen« ein Denkmal; Randall Jarrell und Arthur Cohen schrieben Romane, in denen sie – mehr oder weniger ›verschlüsselt‹ – auftritt. Von Martin Heidegger sind ganze Serien von Gedichtzyklen überliefert, die er für H. Arendt schrieb; von Hannah Arendts Gedichten sind fast sechzig überliefert.

Zur Eröffnung sprechen Hortensia Völckers (Kulturstiftung des Bundes); über Hannah Arendt, die Literatur und wie man die Beziehungen zwischen beiden in einer Ausstellung zeigen kann: Barbara Hahn und Marie Luise Knott; Begrüßung: Ernest Wichner.

Die Ausstellung kann vom 9. bis zum 21. Dezember 2006 sowie vom 2. Januar bis zum 11. Februar 2007 täglich zwischen 11.00 und 20.00 Uhr besichtigt werden.
Eintritt: 5,- / ermäßigt 3,-

Der Katalog erscheint im Verlag Matthes & Seitz Berlin: »Hannah Arendt – Von den Dichtern erwarten wir Wahrheit«, hg. von Barbara Hahn und Marie Luise Knott. (Texte aus dem Literaturhaus Berlin, Band 17) Ca. 220 Seiten, zahlreiche Abbildungen, broschiert; Euro 18,80 / sFr 32,80; ISBN 3-88221-921-1

Die Ausstellung, der Katalog sowie das begleitende Programm werden durch die Kulturstiftung des Bundes in Halle ermöglicht; der Fazit-Stiftung danken wir für die Unterstützung des Projekts.

Nach Berlin wird die Ausstellung im Literaturhaus Frankfurt (3.3.–15.4.2007) und in der Aspekte-Galerie im Kulturzentrum Gasteig, München, (24.4.–8.6.2007) gezeigt; eine adaptierte Wanderausstellung soll im Deutsch-Russischen Haus in Kaliningrad, im New Europe College, Bukarest, in New York und an weiteren Orten zu sehen sein.