Hannah Arendt – Von den Dichtern erwarten wir Wahrheit 4

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Mit Ursula Ludz

Mit Ursula Ludz

Hermann Broch: Erzählung der Magd Zerline

Vortrag & Film

Là ci darem la mano …

Hatte Hannah Arendt schon Hermann Brochs „Der Tod des Vergil“ (1945) in den höchsten Tönen gelobt, so erfährt auch dessen „Erzählung der Magd Zerline“, die sie im Manuskript liest, alsbald besondere Würdigung: „Die Ballade der Zerline ist eine der größten Liebesgeschichten, die ich kenne, und mir vielleicht die liebste“, schreibt sie Broch im November 1949. Für H. Arendt ist es die „Einsicht in das Unvergeßbare“, die ihr Brochs literarisches Kleinod kostbar macht – jenes Unvergeßbare, über das die Magd Zerline sinniert, es „kann begleitend uns tragen, tragend uns begleiten, ohne je Liebe gewesen zu sein, ohne je Liebe werden zu können.“ Ende November 1949 reist H. Arendt für die Jewish Cultural Reconstruction erstmals wieder nach Europa, am 7.2. 1950 sieht sie in Freiburg Martin Heidegger wieder. Heidegger spricht von dem „Vierteljahrhundert unseres Lebens“, das nachzuholen sei, und H. Arendt schreibt an eine Freundin: „Im Grunde bin ich glücklich, einfach über die Bestätigung; daß ich recht hatte, nie zu vergessen.“ Unter dem Titel „Die Schuldlosen“ erscheint 1950 Brochs „Roman in elf Erzählungen“ mit der „Erzählung der Magd Zerline“; nach seinem Tod 1951 betreut H. Arendt Brochs literarischen Nachlaß.

Ursula Ludz (Herausgeberin einiger Werke und des „Denktagebuches“ von Hannah Arendt sowie des Briefwechsels von H. Arendt und M. Heidegger) spricht über Hannah Arendt, Hermann Broch und Martin Heidegger; anschließend zeigen wir eine 1990 entstandene Verfilmung von Brochs Erzählung mit Christa Berndl (Zerline), Axel Milberg (Untermieter A.) u.a.; Regie: Margit Saad (92 min).

Die Vorführung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Bayerischen Rundfunks