Hannah Arendt – Von den Dichtern erwarten wir Wahrheit 16

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Dolf Sternberger: Zeuge des Jahrhunderts. Eine Filmaufnahme

Dolf Sternberger: Zeuge des Jahrhunderts. Eine Filmaufnahme

Nachtrag

Dolf Sternberger, 1907 geboren, wechselte 1927 nach Heidelberg zu Karl Jaspers, bei dem auch Hannah Arendt studierte. Im selben Jahr erschien M. Heideggers Abhandlung »Sein und Zeit«, die Sternberger faszinierte, aber zugleich zum Widerspruch herausforderte, wie seine 1934 veröffentlichte Dissertation zeigt: Adolf Sternberger, »Der verstandene Tod. Eine Untersuchung zu Martin Heideggers Existenzialontologie«. Von 1934 bis zu ihrem Verbot 1943 arbeitete Sternberger als Redakteur der Frankfurter Zeitung, von 1945 bis 1949 war er Herausgeber der von K. Jaspers und anderen begründeten europäischen Monatsschrift »Die Wandlung«, in der nicht nur H. Arendts Rückkehr in die deutsche Publizistik stattfand, sondern auch Sternbergers später in Buchform erschienene Beiträge »Aus dem Wörterbuch des Unmenschen« gedruckt wurden. Dolf Sternberger gilt als Mitbegründer der deutschen Politikwissenschaft, die er viele Jahre lang an der Universität Heidelberg lehrte; er war Herausgeber der Zeitschrift »Die Gegenwart«, gründetet die »Politische Vierteljahresschrift«, war u.a. Mitarbeiter bei der FAZ, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, Präsident des deutschen PEN und Vizepräsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. In seinem umfangreichen publizistischen Werk hat er sich auch mit H. Arendts politischer Philosophie befaßt. Als »Zeugen des Jahrhunderts« befragte Hans Joachim Lange 1979 in einem Fernsehgespräch Dolf Sternberger, der 1989 starb.

Für die Filmaufnahme danken wir dem ZDF (45 min).