Hannah Arendt – Von den Dichtern erwarten wir Wahrheit 13

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Mit Hans Saner

Mit Hans Saner

Nachtrag

Kontroversen mit Karl Jaspers

Anfang 1926 flüchtete Hannah Arendt aus Martin Heideggers Marburg und wechselte nach Heidelberg zu Karl Jaspers, der sie »zur Vernunft brachte« und 1928 promovierte. Hannah Arendt bleibt Karl Jaspers zeitlebens dankbar und freundschaftlich verbunden. Die Besetzung Heidelbergs durch die Amerikaner hatte Gertrud und Karl Jaspers vor der Deportation bewahrt, unverzüglich beginnt Jaspers, sich um die Wiedereröffnung und Entnazifizierung der Universität zu bemühen, und begründet u. a. mit Dolf Sternberger die europäische Monatsschrift »Die Wandlung«, in der Essays von Hannah Arendt erscheinen. Als Jaspers Heidelberg 1948 verläßt, um fortan eine bescheiden ausgestattete Professur in Basel zu versehen, reagiert die deutsche Öffentlichkeit empört. Basel wird für Hannah Arendt jener sichere Hafen in Europa, von dem aus sie erstmals 1950 auch wieder zu Martin Heidegger nach Freiburg reist; bei den Kontroversen, die Jaspers etwa mit seinem Vortrag zur Atombombe (1956), seiner Absage an die Wiedervereinigung (1960) und seiner Stellungnahme zur Verjährungsdebatte (1966) auslöst, stellt sich Hannah Arendt öffentlich an seine Seite: 1958 laudiert sie ihm bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Später ist es Jaspers, der Arendt gegen die schweren Anwürfe nach Erscheinen ihres Eichmann-Buchs (dt. 1964) verteidigt. Hans Saner, Philosoph, Publizist, ehemals persönlicher Assistent von Jaspers und Herausgeber von dessen Werken, spricht über Hannah Arendt und Karl Jaspers; momentan ist er mit dem nur als Materialsammlung und in Manuskripten vorliegenden »Buch Hannah« beschäftigt, das Jaspers Ende 1963 begonnen hatte zu schreiben. Seltene Fernseh- und Hörfunkaufnahmen mit Arendt und Jaspers sind an diesem Abend zu sehen bzw. zu hören.

Für die Filmaufnahmen danken wir dem Norddeutschen Rundfunk, für die Hörfunkaufnahmen dem Deutschen Rundfunkarchiv und dem Hessischen Rundfunk.