György Kurtág: Kafka-Fragmente – work in progress – Berlin

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Mit Cassandra Hoffman, Kathrein Allenberg und Gerhardt Müller-Goldboom

Mit Cassandra Hoffman, Kathrein Allenberg und Gerhardt Müller-Goldboom

Notizen aus Franz Kafkas Tagebüchern, Zeilen aus seinen »Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande« sowie einige Abschnitte aus seinen Briefen bilden die literarische Vorlage für die »Kafka-Fragmente« von György Kurtág. Spätestens seit 1998 zählt der aus Siebenbürgen stammende ungarische Komponist zu den wichtigsten Vertretern seiner Zunft, erhielt er doch in diesem Jahr den Ernst von Siemens-Musikpreis, der weltweit als die wichtigste Auszeichnung für Musikschaffende der Gegenwart gilt. Seine vielleicht bemerkenswerteste Eigenart liegt darin, daß er ein Meister der musikalischen Miniatur ist, die er selbst pflegt, wenn er große Zyklen schreibt, die wie die Kafka-Fragmente abendfüllend sind. Die zweite Besonderheit im Schaffen Kurtágs ist seine tiefgründige Reflexion der mitteleuropäischen Tradition, die bis in kleinste Details prägend für seine Werke ist. Die 40 vom Komponisten ausgewählten Textfragmente beleuchten auf unterhaltsame, skurrile und gelegentlich tragikomische Weise verschiedenste Lebensaspekte. In der Verbindung von Text und Musik wirft die Komposition einige Schlaglichter auf den künstlerischen Existenzkampf sowohl Kafkas wie Kurtágs.
Die Auseinandersetzung mit den Kafka-Fragmenten bildet einen Teil der Projekte, mit denen das Ensemble work in progress – Berlin kammermusikalisch neben seiner Arbeit in größer besetzten Formationen verschiedenen wesentlichen Aspekten der Gegenwartsmusik nachgeht. Als Gast werden die Sopranistin Cassandra Hoffman – zuletzt besonders erfolgreich in der »Orlando« – Produktion der Neuköllner Oper – und die Geigerin Kathrein Allenberg, Mitglied des Ensembles, den Zyklus zur Aufführung bringen. Gerhardt Müller-Goldboom, künstlerischer Leiter von work in progress – Berlin, der neben mehreren Aufführungen von Kurtág-Werken auch die israelische Erstaufführung von dessen Schlüsselwerk »Die Botschaften des verewigten Fräulein Trussowa op. 17« dirigierte, hat die Einstudierung der Kafka-Fragmente übernommen und gibt eine Werkeinführung.