Günter Herburger: Wildnis, singend
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Ohne Mutter unterwegs, hatte Bischof Hulda in Rom ihnen erklärt, wie es weiter ginge, mit neuen Pässen, mit Geld im Goldenen Sack. Auf dem Schiff, sie waren unendlich lang unterwegs, hatten kaum zu essen und zu trinken, fing es in der Kabine an, daß der Große Bruder dem Vater auf den Kopf schlug, er sei ein Verbrecher.
[Günter Herburger]
Ricarda, aufgewachsen unter Indianern im bolivianischen Hochland, ist an den Ort im Süden Deutschlands zurückgekehrt, den sie vor mehr als fünfzig Jahren mit ihrem Nazivater fluchtartig verlassen hatte. Nun lebt hier ein Aussteiger-Paar aus Berlin: Eva und Martin Kosslowski. Diese arbeiten an der Verwirklichung ihres Traums vom irdischen Paradies, in dem auch Tiere selbstbewußt ihren Platz behaupten. Doch plötzlich bricht diese rätselhafte Ricarda mit ihren verstörenden Gewohnheiten in dieses Idyll ein.
Günter Herburgers neuer Roman »Wildnis, singend« (Hanani Verlag) verbindet mythisches und realistisches Erzählen auf eine Weise, daß selbst triviale Alltagsphänomene plötzlich fremdartig, rätselhaft oder surreal erscheinen. Er liest aus diesem Buch.