Gratwanderung. Erinnerungen an Jewgenia Ginsburg

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Ausstellung »Samizdat« im GULAG

Premiere: Ein Film von Mario Damolin. 2015, deutsche Fassung, 50 Min.

Jewgenia Ginsburgs (1904-77) Bücher »Marschroute eines Lebens« (1967 auf Deutsch) und »Gratwanderung« (1980) waren Meilensteine der GULAG-Literatur. Nach endlosen Jahren in den NKWD-Gefängnissen und Lagern heiratete Ginsburg in der Verbannung in Magadan den rußlanddeutschen Arzt Anton Walter, ebenfalls ein ehemaliger Häftling, und beide adoptierten 1949 das zweijährige Mädchen Antonina, Tochter einer unbekannten Gefangenen. Zusammen mit Antonia und mit Ginsburgs Sohn aus erster Ehe, Wassili Aksjonov, dem späteren Schriftsteller, zog das Paar 1955 nach Moskau.

Auf den Spuren ihrer Adoptivmutter Jewgenia Ginsburg kehrte die nun 68-jährige Antonina Axenova vor einigen Monaten an jene Orte der stalinistischen Hölle in Sibirien zurück, die Überlebende als »Auschwitz ohne Öfen« bezeichneten. Der Heidelberger Filmemacher Mario Damolin dokumentierte diese Reise, die im Moskauer Sowremennik-Theater endet, das die weiterhin ausverkaufte Theateradaption der „Gratwanderung“ zeigt. Zusammen mit Antonina Axenova, die heute als Kindertheater-Regisseurin in Frankfurt/Main lebt, stellt Mario Damolin seinen Film vor, der bislang nur in den USA zu sehen war und heute erstmals in Deutschland gezeigt wird.