Friedrich Dieckmann: Das Liebesverbot und die Revolution. Über Wagner

Diese Veranstaltung liegt im Archiv

Mit Friedrich Diekmann und Jürgen Otten

Mit Friedrich Diekmann und Jürgen Otten

Wagners frühe Opern, von »Die Feen« bis zu »Lohengrin«, stehen auf immer neue Weise im Zeichen des Liebesverbots. Wie verhält sich diese Konfliktkonstellation zu dem politischen Furor, der Wagner in der Revolution von 1848/49 ergreift und ihn nach aktiver Teilnahme am Dresdner Maiaufstand an der Seite Bakunins und Sempers ins Exil treibt? Im »Ring des Nibelungen« kommt beides zusammen: Die Durchbrechung der Liebesverbote wird zum tragischen Element eines mythischen Spiels über die Erlösung der Gesellschaft vom Fluch der Macht und des Geldes. In der Schweiz arbeitet der Asylant das Werk aus und macht dort die Erfahrung eines demokratisch regulierten Gemeinwesens, die für ein anderes Werk wegweisend wird; er feiert eine Bürgergesellschaft, die zugleich eine Kunstgesellschaft ist, und läßt die Liebesverbote hinter sich…
Friedrich Diekmann liest aus seinem soeben erschienenen Buch »Das Liebesverbot und die Revolution. Über Wagner« (Insel Verlag) und spricht mit Jürgen Otten.