FREMDHEIT. FLUCHT. ANGST. AUFBRUCHSPHANTASIE 7
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KARTEN SIND NOCH AN DER ABENKASSE AB 19.15 UHR ERHÄLTLICH.
Der letzte Ort, von dem Sherko Fatahs Roman handelt, ist ein Vorhof zur Vorbereitung auf ein vielleicht grausames Sterben. Und genau hier entfalten sich auch Gespräche und Begegnungen, also signifikante Zeichen des Ortes, an dem Feindschaft und Angst nicht ausgeschlossen sind. Und auch die Orte, an denen wir uns in Ilija Trojanows Roman »Macht und Widerstand« wiederfinden, sind geprägt von Bedrohlichkeit, Angst und Fremdheit im Staatssicherheitsapparat der Volksrepublik Bulgarien und in deren Archiven. Aber auch hier scheint eine andere Ebene des Ortes durch: die Ebene der Begegnung, des Gesprächs – und der Absurdität. Schließlich wird auch der von Ilija Trojanow geprägte Begriff des »Weltensammlers« (in seinem meisterhaften Roman von 2006) im Gespräch mit Sherko Fatah wieder aufgegriffen.
Am siebten Abend der Reihe lesen und diskutieren der 1965 in Sofia geborene Schriftsteller Ilija Trojanow und der 1964 in Ostberlin geborene irakisch-deutsche Schriftsteller Sherko Fatah über das Schreiben von Romanen, Reportagen und Essays in der Gegenwart. Ihre letzten Publikationen sind der Roman »Macht und Widerstand« und »Der letzte Ort«.
Zum Abschluß des Abends und der gesamten Reihe liest Joachim Sartorius Gedichte aus dem von ihm herausgegebenen »Atlas der neuen Poesie« (1995) und seiner Anthologie »Niemals eine Atempause« (2016). Mit seinem »Atlas« hatte der 1946 geborene Lyriker, poetische Kartograph und Übersetzer Sartorius der Weltpoesie und ihrer Polyphonie einen Ort in der Gegenwart geschaffen.