Florian Illies: 1913: Der Sommer des Jahrhunderts
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Mit Florian Illies und Jens Bisky
Florian Illies nennt das Jahr vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs sehr zurecht den »Sommer des Jahrhunderts«, denn viele Größen aus Literatur, Musik und Malerei des zwanzigsten Jahrhunderts haben dieses Jahr geprägt oder aber sie erlebten darin entscheidende biographische und künstlerische Impulse. Ja selbst einige der großen Schurken und Verbrecher des Jahrhunderts hat es auf kleinem Raum – in Wien – zusammengeführt: Stalin, Trotzki, Hitler und Tito. Brecht aber ist erst fünfzehn Jahre alt und schon Chefredakteur einer Schülerzeitung, Sigmund Freud und Rainer Maria Rilke gehen in München einen trinken, Kafka schreibt viele schöne Briefe an Felice Bauer, Strawinsky und Schönberg sorgen für Skandale und Rilke schreibt an Marie von Thurn und Taxis, daß er beim Anblick Werfels erstmals die »Falschheit der jüdischen Mentalität« gespürt habe …
Aus Briefen, Tagebüchern, Biographien und vielen weiteren Zeugnissen der Zeit hat Florian Illies ein Buch montiert, das ein Jahr erzählt, wie es wohl kaum ein zweites im 20. Jahrhundert gegeben haben dürfte – einen Moment höchster kultureller Blüte am Rande einer Katastrophe, deren Folgen auch heute noch nicht überwunden sind.
Florian Illies liest aus »1913: Der Sommer des Jahrhunderts« (S. Fischer).
Einführung und Gespräch: Jens Bisky