Ferdinand Hardekopf: Berlin-Feuilletons und andere Texte
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Er ist seit hundert Jahren ein Geheimtip, auf den sie alle geschworen haben: Kurt Tucholsky, Hermann Hesse, Hugo Ball, Joseph Roth, Heinrich Mann, Walter Benjamin. Dabei wussten nicht einmal seine Zeitgenossen, wo und unter welchem Namen er überall schrieb. Mindestens vier Pseudonyme hat Ferdinand Hardekopf (1876-1954) geführt, und viele seiner Texte erschienen unter Kürzeln wie «F.H.», «F.Ha.» etc.
Seine Wirkungsmöglichkeiten litten jedoch auch unter den politischen Verhältnissen; im 1. Weltkrieg ging Hardekopf ins Exil in die Schweiz, während des zweiten war er bereits in Frankreich, wurde interniert und überlebte nur knapp. Seine Manuskripte gingen verloren, so daß sein Werk auf immer Fragment bleiben wird.
Der Dreh- und Angelpunkt seiner ersten Lebenshälfte war jedoch Berlin. Im «Café des Westens» gehörte er zur Stammbesetzung der Bohème, obwohl er tagsüber einem verantwortungsreichen Beruf nachging: als Stenograph des Reichstages. In Berlin hat Hardekopf auch literarisch debütiert: Mit Feuilletons über die Stadt, ihre Theater und Variétés, das Leben auf den Straßen und die Entwicklung der jungen Literatur – scharfzüngige Prosastücke, witzig und klug beobachtet, das Kaiserreich einmal ganz anders.
Diese erst kürzlich wiederentdeckten und bei Nimbus erschienenen Texte präsentieren Bernhard Echte, der Herausgeber des Bandes, und Julia Knapp.