Eva Lezzi: »Liebe ist meine Religion!«

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Mit Eva Lezzi und Micha Brumlik

Mit Eva Lezzi und Micha Brumlik

Erotische Verhältnisse zwischen Juden und Christen beiderlei Geschlechts revolutionierten seit der Salonepoche um 1800 die interreligiösen Beziehungen. Sie schürten die literarische Fantasie und entzündeten außerliterarische religiöse, philosophische und juristische Debatten in Deutschland und Mitteleuropa. Während im 18. Jahrhundert intellektuelle Männerfreundschaften wie die zwischen Mendelssohn und Lessing die Annäherung zwischen Juden und Christen symbolisierten, rückte in der deutschsprachigen Belletristik des 19. Jahrhunderts die Thematik der jüdisch-christlichen Liebesbeziehungen in den Fokus des künstlerischen und politischen Interesses: Zwischen erster romantischer Anziehung über sexuelle Verführung bis zu ehelichen und familiären Bindungen wurde die interreligiöse Liebesbeziehung im 19. Jahrhundert das zentrale Paradigma für innigste emotionale, sinnliche und soziale Nähe zwischen Juden und Christen. Zugleich jedoch drücken Autoren und Autorinnen mit dieser Thematik Ambivalenz, unüberbrückbare Distanz, ja Feindschaft, sowie existentielle Bedrohung aus.

Eva Lezzi analysiert diese Thematik und ihre unterschiedlichen literarischen Darstellungsformen bei jüdischen wie nichtjüdischen, männlichen wie weiblichen, bekannten und neu zu entdeckenden Autorinnen und Autoren. Sie spricht mit dem Erziehungswissenschaftler und Publizisten Micha Brumlik über ihr Buch »Liebe ist meine Religion!« Eros und Ehe zwischen Juden und Christen in der Literatur des 19. Jahrhunderts (Wallstein Verlag).