Ethos und Diktatur. Klaus Mann vs. Gustaf Gründgens

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Mit Thomas Blubacher, Frank Träger und Konstantin Rau

Mit Thomas Blubacher, Frank Träger und Konstantin Rau

In ihrer Jugend waren Klaus Mann und Gustaf Gründgens mit einer kleinen Schauspieltruppe mit unglaublichem Medienerfolg durch deutsche Großstädte gezogen. Spätestens als im Januar 1933 die Nazis an die Macht kamen, trennten sich ihre Wege diametral: Klausging ins Exil und organisierte im Ausland den literarischen Widerstand gegen die Nazis. Anders Gustaf: Der bisher frivol auftretende Bühnenstar, der für die Nazis zunächst die Personifikation des von ihnen verhaßten »Systems« darstellte, wurde zur Nummer eins des Theaters in der braunen Zeit. Aus der Ferne mußte ihn Klaus als skrupellosen, erfolgsbesessen Karrieristen wahrnehmen, der sein Talent einem mörderischen Regime zur Verfügung stellte und zu dessen Nutznießer wurde. Klaus Mann wollte mit seinem Roman »Mephisto« auf einen Menschentyp hinweisen, der durch seine Anpassung und seinen Opportunismus ein menschenverachtendes System funktionieren läßt. Seine Hauptfigur, Hendrik Höfgen, trägt unmißverständlich die Züge Gustaf Gründgens‘. Für Klaus Mann war es eine Art Adelsschlag, daß die Nazis sein Buch auf den Index setzten. Daß sein Buch im Nachkriegsdeutschland zu seinen Lebzeiten keinen Verleger fand, war sicher einer der Gründe für seinen späteren Selbstmord.

Der Schweizer Autor Thomas Blubacher hat kürzlich die faktenreichste Gründgens-Biografie vorgelegt. Er stellt sich den Fragen der beiden Vorsitzenden der erst im November 2012 gegründeten KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN, Frank Träger und Konstantin Rau.

Gefördert durch die Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften