Doppelleben – Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland 4
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Film: »Abschied« DDR/DEFA 1968, 107 min
Im sowjetischen Exil hatte sich Johannes R. Becher an seine expressionistischen Anfänge erinnert und den autobiographischen Roman »Abschied« geschrieben, der 1940 in Moskau erstmals und 1946 als eine der ersten Publikationen im neu gegründeten Aufbau Verlag erschien. 1968, zum zehnten Todestag Bechers, kam dann der Film »Abschied« in die DDR-Kinos.
Regie: Egon Günther; Drehbuch: Egon Günther und Günter Kunert; Musik: Paul Dessau. Mit: Fred Delmare, Rolf Ludwig, Manfred Krug, Heidemarie Wenzel, Rolf Römer, Ilse Voigt u.a.
Inmitten der chauvinistischen Kriegsbegeisterung des Sommers 1914 schockiert der Sohn den Vater mit der Entscheidung: »Ich mache euren Krieg nicht mit«. An diesem Punkt beginnt der Film, und diese Sequenz beschließt ihn auch. Dazwischen wird in Einzelepisoden erzählt, was den Bürgersohn zum Abschied aus der Untertanenmentalität geführt hat: die Freundschaft mit einem sozialdemokratisch erzogenen Mitschüler, der Drill in einem Internat für mißratene Söhne besserer Kreise, die erste Liebe zu dem leichten Mädchen Fanny, die ersten Gehversuche als expressionistischer Dichter im Café Größenwahn.