Doppelleben – Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland 28

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Film: »Der Verlorene«

Film: »Der Verlorene« Deutschland 1951, 96 min

Peter Lorre, der 1933 emigriert war und seit 1935 in den USA lebte, geriet dort wegen seiner Kritik an der McCarthy-Politik in Schwierigkeiten und kehrte 1950 kurzzeitig nach Deutschland zurück. Doch die Deutschen, denen von der NS-Propaganda Szenen aus Lorres Erfolgsfilm „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931) in dem antisemitischen Machwerk „Der ewige Jude“ (1940) vorgeführt worden waren, wollten von Lorres Regiedebüt „Der Verlorene“ nichts wissen: Die von Lorre aufgeworfenen Fragen nach individuellem Schuldeingeständnis und nach persönlicher Verantwortung für die Verbrechen während der NS-Zeit rührten an ein westdeutsches Tabu.