Doppelleben – Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland 25
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Johannes R. Becher: »Winterschlacht. Eine deutsche Tragödie.« DDR/DFF 1963, 125 min
Bechers „Winterschlacht“, 1942 als „Schlacht um Moskau“ entstanden, greift ein in den deutschen Nachkriegsgesellschaften lange verpöntes Thema auf: die Desertion aus der faschistischen Wehrmacht. Während Alfred Anderschs 1952 erschienener Bericht „Die Kirschen der Freiheit“ in Westdeutschland eine erregte Diskussion über die Ehrenhaftigkeit der Desertion anstieß, fand in Ostdeutschland solch eine öffentliche Auseinandersetzung nicht statt, obwohl, wie Brecht während der Proben zur ersten deutschen Inszenierung von „Winterschlacht“ 1954 notierte, auch die jungen Mitarbeiter seines Berliner Ensembles die Entscheidung des Ostfront-Deserteurs Johannes Hörder in Bechers Stück nicht guthießen. Regie: Fritz Bornemann. Mit Inge Keller, Siegfried Höchst, Gisela Rimpler u.a.