Doppelleben – Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland 17
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Film: »Rotation« DDR/DEFA 1948, 80 min
Wolfgang Staudtes (1906–1984) Film „Rotation“ zeigt in einer realistisch-klaren Bildsprache das Mitläufertum der deutschen Arbeiter mit dem Nationalsozialismus, aber auch die Zerstörung familiärer Integrität durch die NS-Propaganda: Der Sohn des politisch indifferenten Maschinenmeisters Behnke denunziert seinen Vater, worauf dieser ins Zuchthaus kommt. Nach dem Krieg können sich beide versöhnen, die ursprünglich für das Filmende vorgesehene Sequenz, in der die Wehrmachtsuniform des Sohnes verbrannt wird, wurde von der ostdeutschen Filmzensur aber gestrichen. Die pazifistische Tendenz Staudtes war unerwünscht, und er arbeitete zunächst im Westen weiter, wo er ab 1955 dauerhaft blieb.