Doppelleben – Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland 13
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Film: »Film ohne Titel« Deutschland 1947, 90 min
In Rudolf Jugerts „Film ohne Titel“ suchen ein Schauspieler, ein Regisseur und ein Autor nach einer passenden Geschichte für einen neuen Film, die sie schließlich in der wechselvollen Liebesgeschichte des Bauernmädchens Christine (Hildegard Knef) und ihres zukünftigen Ehemanns Martin, ein mittlerweile besitzloser Berliner Kunsthändler, finden. Unübersehbar ist, wie der westdeutsche Film der „Stunde Null“ versucht, heikles Terrain wie die Auseinandersetzung mit der jüngsten Vergangenheit zu vermeiden, und der allgemeinen Ratlosigkeit, in die man scheinbar unschuldig geraten ist, Raum gibt. Nicht die Vergangenheit ist entscheidend, sondern Zweckoptimismus ist gefragt. Am Drehbuch arbeitete Helmut Käutner mit; Hildegard Knef, die von Wolfgang Staudte für den ersten deutschen Nachkriegsfilm „Die Mörder sind unter uns“ (1946) engagiert worden war, wurde für ihre Darbietung 1948 in Locarno ausgezeichnet; daneben sind Erich Ponto, Willy Fritsch und Irene von Meyendorff zu sehen.