Herta Müller. Der kalte Schmuck des Lebens 2

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Mit Günter Czernetzky und Ernest Wichner

»Donbass-Sklaven« & »Schicksal der Donauschwaben«

Mit Günter Czernetzky und Ernest Wichner

Auf sowjetische Anordnung hin wurden noch während des Kriegs im Januar 1945 alle Rumäniendeutschen, Frauen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren, Männer zwischen 17 und 45 Jahren, in Arbeitslager zum »Wiederaufbau« deportiert. Die Lager waren in den Kohlegebieten zwischen Dnjepropetrowsk und Donetzk, im Donbass, in der heutigen Ukraine. Von den etwa 80.000 Deportierten kehrte bis 1949 nur knapp die Hälfte zurück. In Rumänien, das sich unter seinem faschistischen Diktator Antonescu mit Hitler verbündet hatte, war das Thema nach 1944 tabu. Herta Müllers 2009 erschienener Roman »Atemschaukel« entstand nach vielen Gesprächen und einer Ukraine-Reise mit Oskar Pastior (1927–2006), der unbeschönigt eingestanden hatte: das Lager sei seine Sozialisation gewesen.

Bereits Anfang der 90er Jahre war der aus Siebenbürgen stammende, 1978 nach Deutschland ausgewanderte Filmregisseur und Produzent Günter Czernetzky (geb. 1956) mit ehemals Deportierten in die Ukraine gefahren, wo er auch in Archiven von Krankenhäusern und Regionalverwaltungen die systematische Mißhandlung und Ausbeutung der Verschleppten recherchierte. 1992 entstand der Dokumentarfilm »Donbass – Sklaven, Verschleppte Deutsche erinnern sich« (Autor und Regisseur G. Czernetzky, ARD/BR), 1998 »Schicksal der Donauschwaben« (Autoren: Astrid Beyer und G. Czernetzky, SDR). Günter Czernetzky stellt seine Filme im Gespräch mit Ernest Wichner vor.