Die Ukraine. Europäische Reflexionen II
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Über Jahrhunderte haben sich in der Ukraine Wendepunkte der europäischen Geschichte gezeigt. Doch im Westen ist das Wissen über die Geschichte der Ukraine begrenzt. Die universitäre Vermittlung der osteuropäischen Geschichte ist auf Russland zentriert. Dies schlägt sich auch in der medialen Berichterstattung über die Ukraine-Krise nieder, die nicht frei von historischen Stereotypen und Fehlern ist. Kenntnisse der Geschichte tragen zur Orientierung bei. Das historische Erbe der Ukraine bestimmt die Gegenwart und Zukunft mit. Doch welche inneren und äußeren Faktoren prägen die Geschichte der Ukraine? Die Verflechtungen mit Polen, Russland und Österreich sind ebenso relevant wie die Katastrophen des 20. Jahrhunderts, von denen die Ukraine in besonderer Weise betroffen war. Welche spielen in der aktuellen Krise eine Rolle?
Geschichte und Erinnerung sind grundverschieden. Aber beide sind auch Ressourcen der Macht. Politiker nutzen sie zur Mobilisierung von Menschen, zur Integration und Identitätsstiftung. Konflikte darüber, was und wie erinnert wird, sind nichts anderes als politische Auseinandersetzungen im historischen Kostüm. Was hat es mit der Erinnerung an die Organisation Ukrainischer Nationalisten und die Ukrainische Aufstandsarmee auf sich? Welche Folgen hat der Euromajdan für die ukrainische Erinnerungskultur?
Darüber diskutieren:
DR. ANNA VERONIKA WENDLAND, Historikerin, Herder-Institut Marburg
WILFRIED JILGE, Historiker, Moskau/Berlin
Moderation:
DR. VOLKER WEICHSEL, Redakteur, Osteuropa, Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, Berlin
Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe Die Ukraine. Europäische Reflexionen, organisiert von der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V. in Kooperation mit der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, dem Literaturhaus Berlin, dem Suhrkamp Verlag, der Volksbühne Berlin und dem Polnischen Institut.