Die multikulturellen Niederlande? 2
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Mit Joost Zwagerman, Naema Tahir und Jan Konst
»Was ist denn in Holland los?« Diese Frage stellten sich viele, nachdem aus der letzten Europawahl ein bekennender Islamhasser mit komischer Frisur als Sieger hervorging. Nach einem Jahrzehnt politischer Instabilität, heftiger gesellschaftlicher Debatten und sozialer Veränderungen hat das scheinbar makellose (Selbst)bild eines friedfertigen, toleranten und multikulturellen Landes Risse bekommen. Das Land befindet sich im Umbruch.
Diese Umbrüche wirken auch nach in der niederländischen Literatur. Das Projekt »Die multikulturellen Niederlande? Literatur in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche« versucht diese Wirkung einem deutschen Publikum zu vermitteln. Vier niederländische Autoren diskutieren über die gesellschaftlichen Entwicklungen und deren Wirkung auf ihre Arbeit.
Naema Tahir wurde 1970 in Slough bei London als Kind pakistanischer Immigranten geboren. Während ihrer Kindheit zog sie viele Male zwischen England, Pakistan und den Niederlanden um. Sie studierte Jura in Leiden und arbeitete danach als Juristin. 2005 veröffentlichte sie das Buch »Eine Muslimin entschleiert«. Im Jahr darauf erschien das Buch »Wertvoller Besitz«, ein Band mit drei erotischen Erzählungen, in denen die weibliche Sexualität im Kontext von islamischer Tradition und Migration im Zentrum steht. 2008 veröffentlichte sie den Roman »Einsame Gegenwart« und die Märchensammlung »Grünkäppchen und der bekehrte Wolf«.
Joost Zwagerman, 1963 geboren, veröffentlichte mit 22 Jahren seinen ersten Roman »De houdgreep«. Seitdem hat er ein umfangreiches literarisches Werk aus Romanen, Gedicht- und Essaybänden geschaffen. Er gehört zu den meistgelesenen Autoren seiner Generation und erfreut sich aufgrund seiner Auftritte in verschiedenen Fernsehsendungen und seiner publizistischen Tätigkeit großer Bekanntheit. In deutscher Übersetzung erschienen die Romane »Falsches Licht«, »Die Nebenfrau«, »Kunstlicht« sowie »Onkel Siem und die Frauen«.
Moderation: Jan Konst
Zusammen mit dem Institut für Niederlandistik der FU Berlin und dem Koninkrijk der Nederlanden