Die Ernst Jandl Show 1
Diese Veranstaltung liegt im Archiv
Mit Bernhard Fetz, Hannes Schweiger, Monika Rinck, Ulf Stolterfoht und Gerd Conradt
Das 25 Jahre währende Bestehen des Literaturhauses Berlin würdigen und zugleich dessen Ruhm mehren zu können, ermöglicht dieser Abend mühelos: wenn die in Wien produzierte Ausstellung »Die Ernst Jandl Show« von den Kuratoren Bernhard Fetz und Hannes Schweiger eröffnet wird.
Anschließend gibt es die seltene Gelegenheit, den Video-Mitschnitt des legendären Auftritts von Ernst Jandl in Dieter Glawischnigs Orchesterstück »laut und luise« beim Jazzfest Berlin 1985 erleben zu können – mit »talk«, »schtzngrmm«, »du warst zu mir ein gutes mädchen«, »eulen«, »ottos mops« … Ernst Jandl, bestens gestimmt und getaktet, und die von Dieter Glawischnig vom Piano aus geleitete NDR Bigband mit Solisten wie Manfred Schoof (Trompete), Conny Bauer (Posaune), Andreas Schreiber (Violine) und John Marshall (Schlagzeug) begeisterten das Publikum 1985 – auch zweieinhalb Jahrzehnte später zieht der Drive dieser Produktion unweigerlich in Bann (mit exzellenter Bild- und Tonqualität: 75 min). »ssso«.
Herzlichen Dank an unsere Buchhandlung »Kohlhaas & Company« (Renate Georgi und Inga Godolt) und an das Café-Restaurant »Wintergarten« (Brigitte und Peter Föste) für viertelhundertjährige »Komplizenschaft« – Dank auch an das benachbarte Käthe-Kollwitz-Museum (Gudrun und Martin Fritsch) für neuerlich gewährte Gastfreundschaft!
14. Mai bis 17. Juli 2011
Di bis So, Feiertag 11-19 Uhr
Eintritt: 5.- / 3.- Euro (inklusive Audioguide)
Eine Ausstellung des Wien Museums und des Ludwig Boltzmann-Instituts für Geschichte und Theorie der Biographie in Kooperation mit der Österreichischen Nationalbibliothek (Literaturarchiv) sowie mit dem Literaturhaus Berlin und in Zusammenarbeit mit dem Brukenthal Museum in Sibiu/Hermannstadt [Rumänien]
Konzeption: Bernhard Fetz und Hannes Schweiger (Wien)
Gestaltung im Wien Museum: polar (Margot Fürtsch-Loos und Siegfried Loos) Ausstellungsanpassung: unodue{ (Costanza Puglisi und Florian Wenz)
Herzlich willkommen zur »Ernst Jandl Show«!
Im Literaturhaus Berlin inszeniert Ernst Jandl (1925-2000) noch einmal einen seiner starken Auftritte: Knapp dreieinhalb Jahrzehnte begeisterte Jandl, fast wie ein Popstar, ein großes Publikum über Generationen und Sprachgrenzen hinweg. Begonnen hatte alles am 11. Juni 1965 in der Londoner Royal Albert Hall, als der damals in England nahezu unbekannte Dichter aus Österreich die Menge zum Toben brachte.
Jandl war ein leidenschaftlicher Jazzfan, jahrelang arbeitete er mit Dieter Glawischnig und der NDR Bigband, mit dem »Vienna Art Orchestra«, mit dem Akkordeonisten Erich Meixner und dem Organisten Martin Haselböck zusammen – und bereitete seine Auftritte intensiv vor: manchmal akribisch bei hackendem Metronom, oftmals lustvoll improvisierend.
Die Vielsprachigkeit und Vielstimmigkeit seiner Texte, das Spektrum aus Alltagssprache, Englisch, Dialekt und »heruntergekommener Sprache« war Programm, war »fortwährende Realisation von Freiheit«. Jandls Texte wollen laut gelesen, sie wollen auch gesehen werden: als visuelle Dichtungen, als Schriftzeichnungen, als Partituren zu Hörspielen und als Textcollagen, wie sie der schier unerschöpfliche Nachlaß enthält.
Jandls Auftrittskunst steht nun erstmals im Mittelpunkt der Ausstellung, die anläßlich seines 10. Todestages und seines 85. Geburtstages im vergangenen Winter im Wien Museum zu sehen war – ausgestattet mit kostbaren »Requisiten« aus der »literaturarchivlichen Asservatenkammer«, doch vor allem mit so noch nie zusammengetragenen Ton- und Filmraritäten.
Für Schülergruppen besteht die Möglichkeit, besondere Ausstellungsbesuche mit der Berliner Dichterin Monika Rinck oder mit dem Berliner Dichter Ulf Stolterfoht zu vereinbaren. Beide werden an einem Vorbesichtigungstermin in der Ausstellung am 11.5. (Mi.) um 18 Uhr Lehrern ihre Konzepte für literaturbegeisterte Schüler kurz vorstellen. Zudem ist geplant, interessierten Jugendlichen mit Unterstützung des erfahrenen Berliner Filmemachers Gerd Conradt die Produktion eines »Jandl-Poesie-Videos« zu ermöglichen, das später auch im Literaturhaus vorgeführt werden soll.
Bitte nehmen Sie bei Interesse an diesen Angeboten mit dem Büro des Literaturhauses Kontakt auf!
Auch bei frühabendlichen Rundgängen werden Monika Rinck und Ulf Stolterfoht ihre kollegiale Bewunderung für den Dichter Ernst Jandl unseren Ausstellungsbesuchern nahebringen und über Besonderheiten von Jandls Poesie, über die Literatur seiner Zeit und über deren Fortwirken sprechen. Termine, jeweils um 18 Uhr:
19.5., 26.5., 16.6. (donnerstags) mit Ulf Stolterfoht;
31.5., 21.6., 28.6. (dienstags) mit Monika Rinck. Um Voranmeldung wird gebeten.
(5.- / 3.- EURO; Ausstellungseintritt bzw. Eintritt zu nachfolgender Jandl-Veranstaltung im Literaturhaus inklusive)
Für Kooperationen bei den ausstellungsbegleitenden Veranstaltungen danken wir dem Österreichischen Kulturforum Berlin, dem kulturradio vom rbb sowie dem Jazz-Institut Berlin (UdK Berlin) und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.
itte beachten Sie den separat erschienenen Jandl-Programmflyer für ausführlichere Informationen zum Begleitprogramm.
Ausstellung und Veranstaltungen in Berlin und Hermannstadt werden gefördert durch Kulturstiftung des Bundes
Medienpartner: rbb