Der Philosoph im Dichter

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Mit Paul Fiebig

Vor hundert Jahren in Berlin geboren: Ulrich Sonnemann

Mit Paul Fiebig

Schon in seinem Abiturzeugnis stand: Ulrich Sonnemann will Schriftsteller werden. Gewußt hat er das damals längst. Gedacht nur hat er sich zuerst und etliche Zeit noch, die Produktion ginge vorrangig aufs Belletristische: Gedichte mehrten sich schnell, erzählende Prosa kam hinzu; Veröffentlichungen ließen nicht auf sich warten. Theorietexte blieben andererseits nicht aus, bis in die Emigrationszeit noch hielten die beiden ›Bereiche‹ sich die Waage. Daß sich seine Laufbahn dann zu der eines ›Zeitgeschichtsphilosophen‹ ausgestaltete, war vorrangig eben der Zeit geschuldet. Das ›Dichten‹ freilich geriet darüber nicht in Vergessenheit: sein erstes Deutschland-Buch etwa (»Das Land der unbegrenzten Zumutbarkeiten«) teilte sich das Erscheinungsjahr (1963) mit einem Roman (»Die Dickichte und die Zeichen«). Verwunderlich, daß die poetischen und die philosophischen Texte in manch entscheidendem Motiv nah beieinander sind?

Paul Fiebig, Herausgeber der »Schriften« Ulrich Sonnemanns im zu Klampen Verlag Springe, unternimmt mit seiner Lesung den Versuch, den bekannten Philosophen im weniger bekannten Dichter gespiegelt zu finden.