Reihe Revolution in Europa 1968–1989
Diese Veranstaltung liegt im Archiv
Ende eines Frühlings – Prag 1968
Film, ORF, 2008, 45 min
Anschließend Buchvorstellung
Heinrich Böll: Der Panzer zielte auf Kafka
Kiepenheuer & Witsch, 2018
Die ORF-Regisseurin Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Bettina Hartz
In der Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 marschierte eine halbe Million Soldaten der Sowjetunion, Polens, Ungarns und Bulgariens in die Tschechoslowakei ein: die größte Militäroperation in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie vollzog sich vor den Augen der Weltöffentlichkeit – ausländische Journalist:innen schickten aus Prag Bilder und Texte rund um den Globus. Unter ihnen war: Heinrich Böll. Erst am 20. August in Prag angekommen, erlebte er live Okkupation und verzweifelten Widerstand. In zahlreichen Interviews, Briefen und Artikeln berichtete er anschließend über seine Erlebnisse. Die Freiheit der Presse war eine der Erungenschaften des Prager Frühlings, um sie wurde besonders erbittert gekämpft. Bei der Erstürmung des Prager Rundfunkgebäudes starben zehn Menschen. Ein Abend über Pressefreiheit, Propaganda, Falschinformationen, Zensur und Wahrheit.