Der Maidan als Agora
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Es diskutieren: Kateryna Mishenko, Kiew, NN, Moderation: Manfred Sapper, Chefredakteur der Zeitschrift OSTEUROPA, Berlin
In der Ukraine ist die Zeit explodiert. Was gestern undenkbar erschien, ist heute Realität. Aus einer lokalen Demonstration gegen die autokratische Entscheidung von Präsident Janukowytsch, das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union nicht zu unterzeichnen, entstand eine breite Protestbewegung: der Euromaidan. Die Ukrainer protestierten für die Menschenwürde und die Grundrechte, für die Rechtsstaatlichkeit und die Prinzipien der Demokratie. Der Versuch des auto-ritären Regimes, die Protestbewegung mit Gewalt zu unterdrücken, kostete 100 Menschen ihr Le-ben – und führte zum politischen Umsturz und der Bildung einer neuen Regierung.
Der Euromaidan war die größte Protestbewegung in Osteuropa seit der Solidarność. Wer waren diese Menschen und wie gelang es, so viele zu mobilisieren? Der öffentliche Raum wurde zu einem Ort der Selbstorganisation und der politischen Teilhabe. Welche Handlungsräume eröffnete sich der Euromaidan? Und kann die Protestbewegung über den politischen Umbruch hinaus Impulse für eine qualitative Veränderung der Zivilgesellschaft liefern? Was bleibt vom Euromaidan?
Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe »Die Ukraine. Europäische Reflexionen«, organisiert von der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V. in Kooperation mit der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, dem Literaturhaus Berlin, dem Suhrkamp Verlag, der Volksbühne Berlin und dem Polnischen Institut.