Der Autor und sein Leser, der »Seelenarzt« XIII
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Freud wunderte sich darüber, daß sich seine »Analysen wie Novellen lesen lassen« und empfahl die Psychoanalyse nicht nur als Therapie, sondern auch um ihrer Wahrheit willen. Für Lacan, den französischen Psychiater, Psychoanalytiker und Philosophen, äußert sich das Unbewußte als Text, durch Sprache erst hervorgebracht.
Viele Künstler, besonders auch Schriftsteller, wurden von der Entdeckung des Unbewußten durch Freud elementar in ihrem Schaffen beeinflußt und inspiriert. Waren doch auch sie schon immer Erforscher des Innenlebens der Beziehungen und Verstrickungen der Menschen, ihrer geheimen Triebkräfte und ihres Begehrens.
Wie ist das Verhältnis heutiger »Seelenärzte« zum Text, dem Text ihrer Patienten? Und wie lesen sie Texte von Autoren? Immer wieder befassen sie sich in Theorien, Vorträgen und Veranstaltungen mit ihrem Verhältnis zur Literatur. Und die zeitgenössischen Autoren? Wie setzen sie sich mit den Erkenntnissen und Theorien heutiger »Seelenärzte« auseinander?
Gibt es vielleicht ein gemeinsames Handwerk, und wie beeinflussen sich die beiden Disziplinen heute?
Konzept und Einführung: Monika Kaiser
Judith Schalansky, geboren 1980 in Greifswald, ist Schriftstellerin, Buchgestalterin und Herausgeberin der Reihe »Naturkunden« im Verlag Matthes & Seitz Berlin. Bücher, die von der Natur erzählen und diese leidenschaftlich erforschen. Sie studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign und gestaltet ihre Bücher selber. Dafür erhielt sie viele Preise.
Für ihren Roman »Der Hals der Giraffe« – erschienen im Suhrkamp Verlag – erhielt sie den 1. Preis der Stiftung Buchkunst.
Lilli Gast ist Vizepräsidentin der International Psychoanalytic University Berlin (IPU) und vertritt dort als Professorin den Bereich Theoretische Psychoanalyse, Erkenntnis- und Subjekttheorie in Forschung und Lehre. Sie studierte Psychologie, Philosophie und Soziologie in Marburg und Berlin (FU), promovierte am Wissenschaftszentrum für Psychoanalyse in Kassel und habilitierte sich an der Leibniz Universität Hannover. Sie befaßt sich mit der Architektur und Eigenheit psychoanalytischen Denkens und untersucht dessen diskursive Verankerung in den Human-, Sozial- und Kulturwissenschaften.
In Zusammenarbeit mit der Park Klinik Sophie Charlotte für Psychiatrie und Psychosomatik
Mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer Literaturhaus Berlin e.V.