Der Autor und sein Leser, der »Seelenarzt« X

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Mit Jenny Erpenbeck und Heinz Weiß

Mit Jenny Erpenbeck und Heinz Weiß

Freud wunderte sich darüber, daß sich seine »Analysen wie Novellen lesen lassen«, und empfahl die Psychoanalyse nicht nur als Therapie, sondern auch um ihrer Wahrheit willen. Für Lacan, den französischen Psychiater, Psychoanalytiker und Philosophen, äußert sich das Unbewußte als Text, durch Sprache erst hervorgebracht. Viele Künstler, besonders auch Schriftsteller, wurden von der Entdeckung des Unbewußten durch Freud elementar in ihrem Schaffen beeinflußt und inspiriert. Waren doch auch sie schon immer Erforscher des Innenlebens der Beziehungen und Verstrickungen der Menschen, ihrer geheimen Triebkräfte und ihres Begehrens. Wie ist das Verhältnis heutiger »Seelenärzte« zum Text, dem Text ihrer Patienten? Und wie lesen sie Texte von Autoren? Immer wieder befassen sie sich in Theorien, Vorträgen und Veranstaltungen mit ihrem Verhältnis zur Literatur. Und die zeitgenössischen Autoren? Wie setzen sie sich mit den Erkenntnissen und Theorien heutiger »Seelenärzte« auseinander? Gibt es vielleicht ein gemeinsames Handwerk, und wie beeinflussen sich die beiden Disziplinen heute?

Konzept und Einführung: Monika Kaiser

Jenny Erpenbeck wurde 1967 in Berlin geboren. Sie arbeitet als Musiktheater-Regisseurin und Schriftstellerin, veröffentlichte Theaterstücke und erzählende Prosa und erhielt dafür neben dem Joseph-Breitbach-Preis für ihr Gesamtwerk zahlreiche weitere Preise. Von ihr erschienen u.a. »Die Geschichte vom alten Kind« (Roman, 1999), »Tand« (Erzählband, 2001), »Wörterbuch« (Novelle, 2004), »Heimsuchung« (Roman, 2008) und 2012 im Knaus-Verlag ihr Roman »Aller Tage Abend«, über den Prof. Dr. Heinz Weiß mit Jenny Erpenbeck sprechen wird.

Prof. Dr. Heinz Weiß studierte Medizin und Philosophie an der Universität Würzburg. Seit 1999 ist er Chefarzt für Psychosomatische Medizin, Psychotherapie und Psychoanalyse im Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart. Dort ist er auch Vorsitzender des Klinischen Ethik-Komitees. Er ist Mitglied der DGTP, DPV und im Deutschen Kollegium für Psychosomatische Medizin. Neben der Lehre hat er zahlreiche Monographien veröffentlicht. Zuletzt »Das Labyrinth der Borderline-Kommunikation. Klinische Zugänge zum Erleben von Raum und Zeit« (Stuttgart 2009). In Zusammenarbeit mit der Park-Klinik-Sophie-Charlotte für Psychiatrie und Psychosomatik.