Der Autor und sein Leser, der »Seelenarzt« VIII
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Mit Anna Katharina Hahn, Matthias Bormuth und Monika Kaiser
Freud wunderte sich darüber, daß sich seine »Analysen wie Novellen lesen lassen« und empfahl die Psychoanalyse nicht nur als Therapie, sondern auch um ihrer Wahrheit willen. Für Lacan, den französischen Psychiater, Psychoanalytiker und Philosophen, äußert sich das Unbewußte als Text, durch Sprache erst hervorgebracht.
Viele Künstler, besonders auch Schriftsteller, wurden von der Entdeckung des Unbewußten durch Freud elementar in ihrem Schaffen beeinflußt und inspiriert. Waren doch auch sie schon immer Erforscher des Innenlebens der Beziehungen und Verstrickungen der Menschen, ihrer geheimen Triebkräfte und ihres Begehrens.
Wie ist das Verhältnis heutiger »Seelenärzte« zum Text, dem Text ihrer Patienten? Und wie lesen sie Texte von Autoren? Immer wieder befassen sie sich in Theorien, Vorträgen und Veranstaltungen mit ihrem Verhältnis zur Literatur. Und die zeitgenössischen Autoren? Wie setzen sie sich mit den Erkenntnissen und Theorien heutiger »Seelenärzte« auseinander?
Gibt es vielleicht ein gemeinsames Handwerk, und wie beeinflussen sich die beiden Disziplinen heute?
Anna Katharina Hahn, geboren 1970, lebt als freie Schriftstellerin in Stuttgart. Zuletzt veröffentlichte sie den Erzählungsband »Kavaliersdelikt« (2004), den Roman »Kürzere Tage« (2009) und den Roman »Am Schwarzen Berg« (2012) – sie wird aus diesem Roman lesen, der auch das Gespräch bestimmen wird.
Matthias Bormuth, geboren 1963, Medizinethiker und –historiker, ist Inhaber der Heisenberg-Professur für Vergleichende Ideengeschichte an der Universität Oldenburg. 2001 promovierte er an der Universität Tübingen mit der medizinethischen Arbeit »Lebensführung in der Moderne. Karl Jaspers und die Psychoanalyse«, 2008 habilitierte er sich dort mit einer Arbeit zur »Ambivalenz der Freiheit. Suizidales Denken im 20. Jahrhundert«.
Konzept und Einführung: Monika Kaiser
In Zusammenarbeit mit der Park Klinik Sophie Charlotte für Psychiatrie und Psychosomatik