Der Autor und sein Leser, der »Seelenarzt« VII

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Mit Jan Faktor und Ludger M. Hermanns

Mit Jan Faktor und Ludger M. Hermanns

Freud wunderte sich darüber, daß sich seine »Analysen wie Novellen lesen lassen« und empfahl die Psychoanalyse nicht nur als Therapie, sondern auch um ihrer Wahrheit willen. Für Lacan, den französischen Psychiater, Psychoanalytiker und Philosophen, äußert sich das Unbewußte als Text, durch Sprache erst hervorgebracht.
Viele Künstler, besonders auch Schriftsteller, wurden von der Entdeckung des Unbewußten durch Freud elementar in ihrem Schaffen beeinflußt und inspiriert. Waren doch auch sie schon immer Erforscher des Innenlebens der Beziehungen und Verstrickungen der Menschen, ihrer geheimen Triebkräfte und ihres Begehrens.
Wie ist das Verhältnis heutiger »Seelenärzte« zum Text, dem Text ihrer Patienten, und wie lesen sie Texte von Autoren? Immer wieder befassen sie sich in Theorien, Vorträgen und Veranstaltungen mit ihrem Verhältnis zur Literatur. Und die zeitgenössischen Autoren? Wie setzen sie sich mit den Erkenntnissen und Theorien heutiger »Seelenärzte« auseinander?
Gibt es vielleicht ein gemeinsames Handwerk, und wie beeinflussen sich die beiden Disziplinen heute?

Jan Faktor liest aus seinem Roman »Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag« (Kiepenheuer & Witsch, 2010) und spricht mit Ludger M. Hermanns.

Jan Faktor ist 1951 in Prag geboren, 1978 in die DDR übergesiedelt und lebt seitdem als freier Schriftsteller in Berlin. 1989 veröffentlichte er den Roman »Georgs Versuche an einem Gedicht und andere positive Texte aus dem Dichtergarten des Grauens« und 2006 erschien sein Roman »Schornstein«, dazwischen zahlreiche weitere erzählende, essayistische und ‚realsatirische’ Texte.

Ludger M. Hermanns ist Arzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, als Psychoanalytiker und Gruppenanalytiker in eigener Praxis in Charlottenburg niedergelassen. Mitglied im BPI-Karl-Abraham-Institut, Vorsitzender des »Archivs zur Geschichte der Psychoanalyse« und Herausgeber des Jahrbuchs der Psychoanalyse.