Der Autor und sein Leser, der »Seelenarzt« III

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Mit Hanns-Josef Ortheil und Daniel Hell

Mit Hanns-Josef Ortheil und Daniel Hell 

Freud wunderte sich darüber, daß sich seine »Analysen wie Novellen lesen lassen«, und empfahl die Psychoanalyse nicht nur als Therapie, sondern auch um ihrer Wahrheit willen. Für Lacan, den französischen Psychiater, Psychoanalytiker und Philosophen, äußert sich das Unbewußte als Text, durch Sprache erst hervorgebracht.
Viele Künstler, besonders auch Schriftsteller, wurden von der Entdeckung des Unbewußten durch Freud elementar in ihrem Schaffen beeinflußt und inspiriert. Waren doch auch sie schon immer Erforscher des Innenlebens der Beziehungen und Verstrickungen der Menschen, ihrer geheimen Triebkräfte und ihres Begehrens.
Wie ist das Verhältnis heutiger »Seelenärzte« zum Text? Dem Text ihrer Patienten, und wie lesen sie Texte von Autoren. Immer wieder befassen sie sich in Theorien, Vorträgen und Veranstaltungen mit ihrem Verhältnis zur Literatur. Und die zeitgenössischen Autoren? Wie setzen sie sich mit den Erkenntnissen und Theorien heutiger »Seelenärzte« auseinander?
Gibt es vielleicht ein gemeinsames Handwerk, und wie beeinflussen sich die beiden Disziplinen heute?

Der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil und der Psychiater Daniel Hell sprechen über Hanns-Josef Ortheils Roman »Liebesnähe« (Luchterhand).

Prof. Dr. med. Daniel Hell ist Klinikdirektor und Vorsteher des Medizinischen Direktoriums an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich sowie ordentlicher Professor für Klinische Psychiatrie an der Universität Zürich.
Hanns-Josef Ortheil, Schriftsteller und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim, veröffentlichte zuletzt eine Romantrilogie, in der es um das Geheimnis der Liebesverständigung geht: »Die große Liebe« (2003), »Das Verlangen nach Liebe« (2007) und »Liebesnähe« (2011).