Claudio Magris
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Mit Claudio Magris und Sigrid Weigel
Mit seinem 1963 im italienischen Original und 1966 in deutscher Übersetzung erschienenen Buch »Der habsburgische Mythos und die österreichische Literatur« hat der 1939 in Triest geborene Literaturwissenschaftler Claudio Magris eine kommentierende Beschreibung der österreichischen Staatsidee von der Titelannahme des Erbkaisertums Österreich und der Niederlegung der deutschen Kaiserwürde (1806) bis hin zum »Mythenzerstörer der österreichischen Welt«, Karl Kraus, und Robert Musils erregendem Panorama der habsburgischen Welt im Roman »Der Mann ohne Eigenschaften« geliefert. Dieses Werk hat den damals noch sehr jungen Triestiner Literaturwissenschaftler mit einem Mal international bekannt gemacht. In zahlreichen Essays und Erzählwerken hat Claudio Magris seitdem die habsburgische und mitteleuropäische Welt sowie seine Heimatstadt Triest beschrieben und analysiert. Sein großes Buch »Donau. Biographie eines Flusses« (1988) unternahm eine erzählerisch-essayistische Reise durch die Donauländer und ist heute der anschaulichste Bericht über den Zustand jener Welt, die schon ein Jahr später im Strudel des zerfallenden Kommunismus in chauvinistische und kriegerische Auseinandersetzungen geriet. Claudio Magris erhielt für seinen Erzählband »Die Welt en gros und en détail« (1999) den Premio Strega und 2001 den Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung.
In diesem Herbst sind gleich zwei Theaterstücke von Claudio Magris erschienen: »Schon gewesen sein« (Edition Korrespondenzen) und das tragikomische Stück »Die Ausstellung« (Carl Hanser Verlag); die Geschichte des längst vergessenen Triestiner Malers Dito Timmel, der 1949 im Irrenhaus starb, eines Künstlers, der alles wollte, sich selbst aufs Spiel gesetzt hat und dabei verlor.
Claudio Magris liest und spricht über seine neuen Bücher
Sigrid Weigel stellt den Schriftsteller und Gelehrten vor
Eine Veranstaltung des Zentrums für Literaturforschung im Literaturhaus Berlin