Claude Simon lesen – Ein Parcours

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Unter den großen, innovativen Autoren des vergangenen Jahrhunderts, hat wohl keiner so in Beschreibungen geschwelgt wie Claude Simon. Sein Drang, seine Sätze mäandern zu lassen und Nuance auf Nuance zu häufen, macht gleichermaßen den Reiz wie die Mühe der Lektüre seiner Bücher aus. Nur wenige Autoren haben die Assoziationsbewegungen des unwillkürlichen Erinnerns so darzustellen gewagt (in der Genauigkeit seiner Beschreibungen geht er noch über Proust hinaus). Nicht zuletzt dafür ist Claude Simon mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden.

In einem Parcours durch seine Romanlandschaften werden die Wahrnehmungsmöglichkeiten aufgezeigt, die Simons Texte (die nicht selten etwas von phänomenologischen Protokollen an sich haben) dem Leser eröffnen. Claude Simon lesen, bedeutet an diesem Abend auch ihn zu Gehör gebracht bekommen; denn seine Bücher erschließen sich in der Tat leichter über das Hören.

Thomas Stölzel führt durch das Leben und Werk Simons, Bernt Hahn liest aus seinen Texten.