Christof Wackernagel: es. Traumtrilogie
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Mit Christof Wackernagel, Sabine Wackernagel und Katharina Wackernagel
Nach einer Schießerei mit Polizisten wurde Christof Wackernagel 1977 als Mitglied der RAF verhaftet und für zehn Jahre inhaftiert. In dieser Zeit söhnte er sich mit dem von ihm verletzten Polizisten aus und distanzierte sich vom bewaffneten Kampf. Wackernagel drohte irre zu werden an der Erkenntnis, daß die Gründe, die ihn hatten zur Waffe greifen lassen, fortexistierten, und das letzte Mittel, der bewaffnete Kampf im Untergrund, ihn genau zu dem machte, wogegen er kämpfte. Um sich nicht das Leben zu nehmen, wurde er zu einem »Terroristen« der Worte und schrieb die Geschichte seiner Generation.
In einem umfangreichen und großformatigen Buch, dessen drei Textspalten drei verschiedene Aggregatszustände des Traumes darstellen: Traum, Halluzination und Tagtraum, verarbeitet Christof Wackernagel die Gespenster, Gesichte und Schreckensszenarien seiner Gegenwart – wobei er (in der ersten Textspalte) von seinen zwischen 1979 bis 1994 protokollierten Träumen ausgeht. In der zweiten Spalte werden diese Träume in Halluzinationen und Tagträume verwandelt, um in der dritten Spalte in abenteuerliche Entführungsgeschichten und schier groteske Aktionismen zu münden: Eine Entführerin geht mit dem Entführten ins Bett, sein Name: Max Horkheimer, sein Beruf: Chef der amerikanischen Automobilindustrie. Die Gruppe der Entführer, »Rosas Erben«, kämpft gegen das Automobil und für Trinkwasser als Menschenrecht Nummer eins …
Christof Wackernagel liest zusammen mit Sabine Wackernagel und Katharina Wackernagel aus »es. Traumtrilogie« (zu Klampen).