Bruno Preisendörfer: Als Deutschland noch nicht Deutschland war

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Reise in die Goethezeit

Gegen Ende des Jahrzehnts, als in Paris das Volk die Bastille stürmte, beschloß die Obrigkeit von Weimar, das nächtliche Klettern über die Stadtmauer mit einem Bußgeld von sechs Talern zu belegen. Und in dem Jahr, in dem man in Paris den König köpfte, untersagte man in Weimar das Auskippen der Nachttöpfe auf die Straße auch für die Zeit nach 23 Uhr. Im großen Berlin wurden unterdessen die Töpfe zur Spree getragen

[Bruno Preisendörfer]

 

Bruno Preisendörfer hat sich durch Hunderte von Büchern gelesen, Romane, Selbstzeugnisse, Briefe und Tagebücher, und hat sich auf seine große Zeitreise in die Goethezeit vorbereitet. Wer sich mit ihm auf diese Reise begibt, lernt nicht nur den philosophischen Zeitgeist kennen, sondern erlebt auch handfeste Abenteuer, übersteht mit dem jungen Eichendorff einen Schiffsunfall auf der Oder, sieht aus E.T.A. Hoffmanns Eckfenster am Gendarmenmarkt Berlin brennen oder ist bei Georg Lichtenberg in Göttingen, als der durchs Fernglas der Beerdigung von Gottfried August Bürger zusieht.

Bruno Preisendörfer hat mit »Als Deutschland noch nicht Deutschland war. Reise in die Goethezeit« (Galiani Berlin) endlich das Buch geschrieben, das jeder Gymnasiast oder Germanistikstudent, der sich länger als eine Stunde mit Goethe und dessen Werken beschäftigt, gelesen haben sollte – eine Kultur- und Sozial- und Sittengeschichte der Goethezeit; er liest aus diesem Buch und spricht mit dem Literaturkritiker Lothar Müller.