Brecht: Notizbücher und Lieder zur Klampfe
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Mit Martin Kölbel, Peter Villwock, Ulrich Matthes und Felix Lüke
Im Suhrkamp Verlag erscheint eine auf vierzehn Bände angelegte Ausgabe von Brechts Notizbüchern, herausgegeben von Martin Kölbel und Peter Villwock. Band 1 führt hinein in Bertolt Brechts turbulente Anfangsjahre: mit seinem Militärdienst im Augsburger Lazarett, Station D für Geschlechtskrankheiten, mit Novemberrevolution und Spartakusaufstand, mit den ersten großen Lieben und seinen Besuchen im Münchner Theaterseminar Artur Kutschers.
Den Auftakt der Notizen bilden die Lieder zur Klampfe von Bert Brecht und seinen Freunden, eine lose Sammlung von lieblich-derben Songs, die die Augsburger Freunde auf diversen Streifzügen komponierten. Brecht entwickelte dafür sogar ein eigenes, flexibles Notationssystem. Die Notizbücher 2 und 3 stehen hingegen ganz im Zeichen einer wilden, durch Brechts Vaterschaft entfesselten Produktivität. Er treibt seine ersten großen Theaterstücke voran: den Baal und den Spartakus, der später als Trommeln in der Nacht Theatergeschichte schreiben wird. Er wagt sich an kühne Dramenprojekte wie Hans im Glück oder Die Bälge, und zwischen tagebuchartigen Notizen und den Ideen für eine Doktorarbeit schreibt er im Zug nach Berlin Sentimentales Lied Nº 1004, den ersten, bisher ungedruckten Entwurf von Brechts berühmtem Gedicht Erinnerung an die Marie A.
Die Herausgeber Martin Kölbel und Peter Villwock stellen den Band vor und erläutern die Idee ihrer Ausgabe. Ulrich Matthes liest Gedichte, Stückszenen und Aufzeichnungen aus den Notizbüchern. Felix Lüke singt Lieder zur Klampfe von Bert Brecht und seinen Freunden. Exklusiv an diesem Abend sind Originale der Notizbücher und andere Materialien aus dem Bertolt-Brecht-Archiv der Akademie der Künste zu sehen.
In Zusammenarbeit mit der Otto Wolff Stiftung, dem Institut für Textkritik, dem Suhrkamp Verlag und dem Bertolt-Brecht-Archiv der Akademie der Künste.