Bohumila Grögerová
Diese Veranstaltung liegt im Archiv
Mit Dr. Alice Stasková
Die 1958 erschienene Übertragung von C. Morgenstern war der Auftakt; bis 2003, als Josef Hirsal starb, hatten er und Bohumila Grögerová mehr als 100 Werke der Weltliteratur ins Tschechische übersetzt sowie zahlreiche Bücher, konkrete Texte, Anthologien gemeinsam verfaßt und herausgegeben. Das jüngste, autobiographische Buch von B. Grögerová, die im August 91. Geburtstag gefeiert hat, erschien erst vor wenigen Wochen: »Dva zelené tóny« (Zwei grüne Töne).
Aus dem künstlerischen Austausch mit den Protagonisten der modernen und experimentellen Poesie seit Anfang der 60er Jahre – u.a. mit Max Bense, Reinhard Döhl, Eugen Gomringer, Hans Magnus Enzensberger, Helmut Heißenbüttel, Claus Henneberg – entstanden zum Teil intensive persönliche Freundschaften. Besonders Friederike Mayröcker und Ernst Jandl unterstützten B. Grögerová und J. Hirsal 1968 in ihrem zeitweiligen Exil nach dem Einmarsch der Warschauer Pakt-Armeen in die Tschechoslowakei und später, nachdem J. Hiršal die »Charta 77« unterschrieben hatte und er wie auch B. Grögerová nicht mehr publizieren konnte.
Erstmals in Deutschland ist nun eine Ausstellung Bohumila Grögerová gewidmet – präsentiert werden auch Dokumente und Artefakte der tschechischen experimentellen Literatur und Kunst: u.a. von Václav Havel, Jiri Kolár, Emil Julis, Ladislac Novák, Karel Trinkwitz.
Realisiert wird die Reihe »Experimentelle Werke« gemeinsam mit Studenten der FU Berlin (Hauptseminar »Literarische Formen der Neoavantgarde um 1960«, Dr. Johanna Bohley).
Zur Eröffnung spricht Dr. Alice Stasková (FU Berlin), deren kenntnisreicher und engagierter Mitwirkung die Ausstellung maßgebliche Anregungen verdankt. Gezeigt wird zudem der im vergangenen Jahr realisierte Kurzfilm des jungen tschechischen Dichters und Filmemachers Martin Langer, in dem B. Grögerová über ihr 2008 veröffentlichtes Buch »Rukopis« (Handschrift – die sie wegen ihrer fortschreitenden Erblindung in Großbuchstaben zu Papier bringt) und über aktuelle Projekte spricht sowie Gedichte von Josef Hirsal und Jiri Kolár vorträgt (mit deutscher Simultanübersetzung).
Wir danken Bohumila Grögerová herzlich für ihre Mitwirkung sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vom Museum der Tschechischen Literatur Prag (Památník národního písemnictví), besonders Dr. Petr Kotyk, für die freundliche Unterstützung!
Die Ausstellung ist bis zum 21. November dienstags bis freitags von 15 bis 19 Uhr und zu den Abendveranstaltungen geöffnet. Eintritt frei
Die Reihe wird am 30. November fortgesetzt mit einer Ausstellung zu Helmut Heißenbüttel.
Die Veranstaltungsreihe »Experimentelle Werke« wird gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Für freundliche Unterstützung danken wir dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und der Alfred Ritter GmbH & Co. KG wie auch dem Tschechischen Zentrum Berlin.