Berliner Hölderlin 3
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Mit D.E. Sattler
Wie die der Seefahrt oder der Sternenkunde ist auch die weitaus kürzere, überschaubare Geschichte dieses Werks eine Entdeckungsgeschichte. Die uns unbekannten Kontinente und Archipele, die Planeten und ihre Bewegungsgesetze waren längst schon da – es mußte nur die Seefahrt gewagt, ein bis dahin unbekannter Gedanke gedacht und überprüft werden. Wie das zuging, ist bekannt. Jedesmal waren Ozeane oder Wüsten der Unwissenheit zu durchqueren, die Gebirge irriger Vorstellungen zu überwinden.
Das war und ist es, was die Herzen höher schlagen läßt. Der einzige Streit der sich lohnt: der um tiefere Einsicht, klarere Erkenntnis.
In dieser Weise ist von der Inselwelt der Hölderlinschen Gesänge und ihrer Kartographierung zu sprechen. Dies geschieht in fünf Vorlesungen an der Freien Universität Berlin. Im Literaturhaus Berlin dagegen wird ihr Herausgeber die Gesänge sprechen und, in gebotener Kürze, Entstehung und Gehalt erläutern.
D.E. Sattler spricht und kommentiert an fünf Abenden die hesperischen Gesänge:
Der Einzige – Patmos – Tinian
Der zurückgezogen lebende Landgraf von Hessen-Homburg, dessen politische Geschäfte Sinclair führte, hatte den Dichter in Regensburg um einen, dem vesten Buchstab geltenden Gesang gebeten. Er steht im Zentrum der zweiten, noch Ende 1802 in Nürtingen konzipierten Triade, die erst in den folgenden Jahren ihre endgültige Gestalt erhält: Der Einzige, Was ist es, das / An die alten seeligen Küsten / Mich fesselt…, Patmos. Nah ist / Und schwer zu fassen der Gott … und Tinian. Süß ists, genährt zu seyn vom Schönen / der Welt. In segmentierter Form entworfen, ersetzt dieser den ersten Titanen-Entwurf in Feierstunden / Und daß ich ruhen möge, der Todten / Zu denken… und wird hier erstmals gesprochen.