Berliner Hölderlin 2
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Mit D.E. Sattler
Wie die der Seefahrt oder der Sternenkunde ist auch die weitaus kürzere, überschaubare Geschichte dieses Werks eine Entdeckungsgeschichte. Die uns unbekannten Kontinente und Archipele, die Planeten und ihre Bewegungsgesetze waren längst schon da – es mußte nur die Seefahrt gewagt, ein bis dahin unbekannter Gedanke gedacht und überprüft werden. Wie das zuging, ist bekannt. Jedesmal waren Ozeane oder Wüsten der Unwissenheit zu durchqueren, die Gebirge irriger Vorstellungen zu überwinden.
Das war und ist es, was die Herzen höher schlagen läßt. Der einzige Streit der sich lohnt: der um tiefere Einsicht, klarere Erkenntnis.
In dieser Weise ist von der Inselwelt der Hölderlinschen Gesänge und ihrer Kartographierung zu sprechen. Dies geschieht in fünf Vorlesungen an der Freien Universität Berlin. Im Literaturhaus Berlin dagegen wird ihr Herausgeber die Gesänge sprechen und, in gebotener Kürze, Entstehung und Gehalt erläutern.
D.E. Sattler spricht und kommentiert an fünf Abenden die hesperischen Gesänge:
Die Wanderung – Der Rhein – Friedensfeier
Die erste triadisch gegliederte Gruppe der hesperischen Gesänge entstand im Sommer und Frühherbst 1802, nach der Rückkehr aus Frankreich, an die sich eine Wanderung durch die Schweiz schloß. Diese prägt den neunstrophigen Gesang »Die Wanderung« und den fünfzehnstrophigen »Der Rhein«, dessen Version I dem Freund Isaak von Sinclair, Version II dem Dichter Wilhelm Heinse gewidmet wird. Die zwölfstrophige »Friedensfeier« hatte Hölderlin bei sich, als er auf Sinclairs Einladung zum Reichsdeputationshauptschluß nach Regensburg reiste.