Berliner Hölderlin 1

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D.E. Sattler spricht und kommentiert an fünf Abenden die hesperischen Gesänge

D.E. Sattler spricht und kommentiert an fünf Abenden die hesperischen Gesänge

Andenken – Hälfte des Lebens – Lebensalter – Der Winkel von Hahrdt – In lieblicher Bläue

Wie die der Seefahrt oder der Sternenkunde ist auch die weitaus kürzere, überschaubare Geschichte dieses Werks eine Entdeckungsgeschichte. Die uns unbekannten Kontinente und Archipele, die Planeten und ihre Bewegungsgesetze waren längst schon da – es mußte nur die Seefahrt gewagt, ein bis dahin unbekannter Gedanke gedacht und überprüft werden. Wie das zuging, ist bekannt. Jedesmal waren Ozeane oder Wüsten der Unwissenheit zu durchqueren, die Gebirge irriger Vorstellungen zu überwinden.
Das war und ist es, was die Herzen höher schlagen läßt. Der einzige Streit der sich lohnt: der um tiefere Einsicht, klarere Erkenntnis.
In dieser Weise ist von der Inselwelt der Hölderlinschen Gesänge und ihrer Kartographierung zu sprechen. Dies geschieht in fünf Vorlesungen an der Freien Universität Berlin. Im Literaturhaus Berlin dagegen wird ihr Herausgeber die Gesänge sprechen und, in gebotener Kürze, Entstehung und Gehalt erläutern.

Andenken. Der Nordost wehet … ist als Eingang zu den zwölf, in jeweils zwei Versionen vorliegenden Hesperischen Gesängen zu lesen. Hälfte des Lebens. Mit gelben Birnen hänget …, Lebensalter. Ihr Städte des Euphrats …, Der Winkel von Hahrdt. Hinunter sinket der Wald … wurden als Probe an den Frankfurter Verleger Wilmans gesandt. Der überschriftlose Gesang In lieblicher Bläue  entstand nach der Ankunft im Tübinger Turm und schließt die Gruppe als stiller, alles zusammenfassender Epilog.
In der 1798 gedruckten, von August Wilhelm Schlegel bewunderten Ode An die Parzen hatte Hölderlin geschrieben: Nur Einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen! und einen Herbst zu reifem Gesange mir … Dies erfüllte sich in den Jahren 1802 bis 1806, wovon, zusammenfassend, an diesem ersten Abend die Rede ist.