Benno Meyer-Wehlack: Schlattenschammes

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Er habe ja noch ein Leben lang Zeit, Romane zu schreiben, sagte sich der zwanzigjährige Benno Meyer-Wehlack 1948, als er begann, seine ersten Kurzgeschichten zu schreiben, die in den fünfziger Jahren in zahlreichen Feuilletons – unter anderem in der »Neuen Zeitung« Erich Kästners – erschienen. Erich Kuby, der sie damals las, entdeckte in ihnen eine »unverwechselbare Stimme«, einen »ganz seltenen deutschen Kammerton«, der sich in keine Stilrichtung pressen ließ: weder Trümmerliteratur noch Gruppe 47, weder Hemingway-Sound noch Berliner Lokalpoesie, auch wenn das »nirgends direkt genannte Berlin der fünfziger Jahre des Dichters Revier war«.

[Hannes Schwenger]

Benno Meyer-Wehlack, 1928-2014, Autor zahlreicher Erzählungen, Hörspiele und Drehbücher, hat bei seinem Tod nicht nur ein gewaltiges Tagebuchwerk, sondern auch den schon 1980 begonnenen Roman »Schlattenschammes« hinterlassen, der soeben, herausgegeben von Hannes Schwenger, im Verlag Das Arsenal erschienen ist. Als »Mein Anfang. Rolf Hellhoffs Abenteuer« hatte Benno Meyer-Wehlack zu diesem Buch gesagt, denn der Held des Romans ist tatsächlich der junge Benno Meyer-Wehlack, der sich 1945 aus einem Fliegerhorst an der Ostsee absetzt und sich nach Berlin, an den Ort seiner Kindheit- und Jugendjahre durchschlägt, in der Hoffnung, dort etwas Besseres zu finden als den Tod.

Mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer Literaturhaus Berlin e.V.